Tannheim, ich komme – fliegend!

Hallo miteinander,

nun ist mein letztes Update schon bald einen Monat her – wow, denn seither hat sich viel getan! Ende April hatte ich nochmal eine Flugstunde, bei der wir wieder und wieder Platzrunden geübt haben. Das hat ansich ganz gut geklappt, hat allerdings keine spektakulären Erkenntnisse gebracht, weshalb ich hier keinen gesonderten Artikel darüber online gestellt hatte :-)

Interessant wurde es vor allem dann aber gestern und heute:

Gestern hatte mein Fluglehrer zwei Slots für mich frei, was bedeutete, dass wir knapp drei Stunden zusammen im Flugzeug verbingen durften. Beide Flugstunden waren für mich absolute Highlights, da sie mit zwei Premieren gespickt waren, über die ich gleich berichten möchte.

Aufgrund des guten Wetters am Sonntag entschied sich mein Fluglehrer Bernie dazu, keine Platzrunden zu fliegen, da um den Flugplatz und in der Platzrunde von EDPM alles ziemlich voll war, sodass Touch&Go′s eher Katz-und-Maus-Spielen ähnelten als dass sie einen wirklichen Lerneffekt hätten darstellen können. Daher entschloss er sich dazu, mir etwas für mich komplett Neues zu zeigen: Den überzogenen Flugzustand! Ich muss zugeben, dass ich schon etwas Muffe hatte, als er mich darüber aufklärte, dass er die CTSW jetzt dazu bringen würde, so langsam zu fliegen, dass ein Strömungsabriss an den Flügeln erfolgte – und die Steuerung auf keinen Fall durch die Quer- sondern nur noch durch die Seitenruder zu erfolgen habe. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer fühlt sich schon dabei wohl, wenn er merkt, dass sein Flugzeug abstürzt? Genau so fühlte es sich nämlich an… allerdings war das Empfinden wider Erwarten doch nicht so schlimm, wie gedacht, nur der Moment des tatächlichen Abkippens ist wohl wirklich etwas, an was ich mich weder gewöhnen kann noch will.

Nichtsdestotrotz führten wir das Abfangmanöver knapp zehn Mal durch (Strömungsabriss – Abkippen durch Seitenruder verhindern – Abfangbogen einleiten – Gas geben) und er sprach auch an, dass man nach dem Abfangen besonders darauf achten soll, nicht auch noch in einen zweiten Stall zu kommen. Das klappte richtig gut und so fingen wir zum ersten Mal an, aktiv nach einem Notlandeplatz zu suchen. Da auf der schwäbischen Alb sich Wald mit Feldern und Wiesen abwechselt, muss man immer wieder danach schauen, ein nicht allzugroßes Waldgebiet zu überfliegen, um immer ein sicheres Notlandefeld zu finden. In der Nähe von Aalen fanden wir dann auch eines, ließen den Motor im Leerlauf laufen und bauten Höhe ab, um dort in geringer Höhe das Notlandefeld zu überqueren. Für mich war das eine komplett neue Erfahrung, da ich bisher durch meine Beschäftigung mit dem Fliegen der CTSW kaum Zeit hatte, um mich nach einer geeigneten Landestelle umzuschauen… das werde ich in Zukunft öfter machen müssen!

Im zweiten Slot kam dann mein Highlight des Tages: Ich bin ab Freitag dieser Woche in Tannheim, um meine theoretische SPL-Ausbildung zu absolvieren (Ein dickes Danke nochmal an Bernd!). Da ließen es sich Bernie und ich nicht nehmen, einfach mal kurz dorthin zu fliegen. Die Luft war zwar ziemlich bockig (die Langflügler hatten ihren Spaß), aber mit 180-200 km/h haben wir gerade mal 21 Minuten gebraucht, bis wir dort in die Platzrunde eingedreht hatten. Was mich faszinierte, war der Betrieb dort: Gefühlt kam dort jede Minute ein neuer Flieger runter oder startete – der Hammer! Aber erstmal landete ich auf der Graspiste dort, was sehr gut funktionierte…

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Bernies Gesichtsausdruck zeigt auch, dass er froh ist, gelandet zu sein 😀 Begleitet wurden wir von einem UL-Fliegerkameraden, der uns in Tannheim dann eine Cola spendierte, vielen Dank dann auch an dich Manfred an dieser Stelle!

Um euch unsere CTSW nochmal Nahe zu bringen, hier nochmal ein Blick ins Cockpit:

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Mein Problem in der Kiste ist allerdings, dass ich selbst auf der vordersten Stellung des Sitzes die Pedale nicht komplett durchdrücken kann, daher werde ich mir wohl ein maßangefertigtes Kissen besorgen müssen – bei Starts und dem dabei entstehenden Drehmoment ist das nicht wirklich schön…

So flogen wir also nach der Cola und einer leckeren Bratwurst zurück nach Donzdorf zu meinem UL-Schülerkameraden Andreas Engels, mit dem ich das „kommunistische Duo Marx & Engels“ bilde:

engels

Zugegebenermaßen ist der Bart nicht lang genug, aber das kann ja noch werden 😉

Soviel zu Sonntag dem 13.05., der Montag folgt sogleich!