Schrecksekunde…

Heute habe ich meine sechseinhalbste Flugstunde hinter mich gebracht. Mein Fluglehrer Bernie lobte mich für gelungene Starts und auch Landungen. Die Kontrolle über Geschwindigkeit, Höhe und koordinierten Kurvenflug habe ich inzwischen doch recht gut… Auch war heute das erste Mal, dass ich selbst während des Fluges gefunkt habe: „Delta-Mike-November, Gegenanflug 27, Touch-and-Go“, „Delta-Mike-November, im Endteil 27, zur Landung“ – das war schon spannend, auch wenn ich die ersten Male mit Funken und Fliegen gleichzeitig etwas ins Straucheln gekommen bin 😉 Trotz alledem hat es gegen Ende ganz gut geklappt!

Allerdings ist mir heute ein Flugzustand untergekommen, mit dem ich nicht so wirklich was anfangen kann: Ich war auf konstanter Platzrundenhöhe von 2800 Fuß mit gemütlichen 110 km/h im Gegenanflug unterwegs, als der Flieger auf einmal mit der Schnauze nach unten links abdriftete. Mein Fluglehrer schrie nur „Was machst du denn?!?“, ich antwortete wahrheitsgemäß mit „Ich mach doch garnix!“, und nachdem mein Fluglehrer das Steuer übernommen hatte, merkte auch er, dass ich für den Kontrollverlust über die Fluglage garnichts konnte. Die CTSW hatte von sich aus diesen komischen Weg genommen – und mein Fluglehrer hatte sichtliche Mühe, die Kiste wieder stabil zu bekommen.

Nach diesem Adrenalinschub sind wir erst einmal gelandet und haben unsere CT begutachtet; nicht, dass irgendein Schaden am Flugzeug selbst zu dieser Fluglage geführt hatte.

Mein Fluglehrer hatte nach der Landung aber eine plausible Erklärung: Während unserer Platzrunden schwankte der Wind von Süd nach West und wieder zurück. Und genau in einer dieser „Konvergenzen“ schienen wir mit unserer Maschine gelandet zu sein, sodass diese uns so mächtig durchschüttelte und uns vom Kurs abbrachte.

Da ich heute Nachmittag wieder arbeiten musste, sind wir auch nach der Kontrolle unserer CT nicht mehr „in die Luft gegangen“, sondern hatten uns für den Abend zu einer weiteren Flugstunde verabredet.

Diese musste jedoch aus zwei Gründen ausfallen: Zum einen war unsere mobile Tankstelle auf dem Flugplatz leer, genauso wie unsere Maschine, zum anderen waren rund um den Platz viele viele Schauer- und Gewitterwolken unterwegs, sodass ein Flug auch nicht wirklich angenehm hätte durchgeführt werden können.

Eine Sache war für mich heute allerdings sehr lehrreich: Da wir Südwind hatten und ich auf der 27er-Bahn gelandet bin, hatten wir ständig einen Seitenwind – und so lernte ich heute, mit hängender linker Fläche und gedrücktem rechten Seitenruder zu landen – war am Anfang etwas komisch, aber man gewöhnt sich dran!

Wenn alles klappt, folgt am Sonntag der nächste Bericht über Flugstunde sieben und acht!

Euer Tobias