Es geht voran!

Da ich gestern arbeitsbedingt leider nicht zum Fliegen gekommen bin, habe ich mich für heute morgen um 10 Uhr mit dem einen meiner beiden Fluglehrer, Wolfgang, verabredet. Damit ihr Wolfgang auch mal kennen lernt, hab ich ihn extra für euch fotografiert – und nein, er ist nicht so böse, wie er grad dreinschaut 😉

wolfgang

Da wir wirklich um kurz nach 10 Uhr local starten konnten, waren wir in einer komfortablen Lage: Durch die noch nicht richtig einsetzende Thermik war die Luft zum einen noch richtig ruhig, zum anderen waren noch keine Motorlosen unterwegs und die Luftraumbeobachtung war ohne größere Ablenkungen möglich.

Schon beim ersten meiner beiden Flüge heute bemerkte ich, dass etwas anders war als bei jedem meiner bisherigen Flüge: Saß ich bis dato noch unglaublich verkrampft im Flieger und ließ mich durch das Wackeln der Thermik nur noch mehr verspannen, so achtete ich heute von Anfang an darauf, einfach mal „locker“ zu bleiben. Und siehe da: Nachdem ich die ersten 15 Minuten mich immer wieder daran erinnern musste, mich nicht zu verkrampfen, wurde das Ganze danach zum wahren Selbstläufer – ich saß zum ersten Mal richtig entspannt im Flugzeug und ließ mich durch nichts aus der Ruhe bringen!

So flogen Wolfgang und ich dann entlang der Hangkante der Schwäbischen Alb über die Burg Teck und den Neuffen bis nach Bad Urach, um von dort aus wieder zurückzufliegen. Dort angekommen führten wir noch fünf Platzrunden durch, die alle recht unspektakulär verliefen – bis auf die zunehmende Thermik. Die Landungen wären wohl ohne Wolfgangs Hilfe auch ohne Unfall vonstatten gegangen, aber noch mit mangelnder „Sanftheit“ 😉

Gegen 11 Uhr wechselte ich also das Cockpit mit meinem Flugschülerkollegen Stefan und ruhte mich etwas aus, wobei mir auch wieder ein positiver Effekt auffiel: Durch die „Lockerheit“ war ich lange nicht mehr so verschwitzt wie früher und auch lange nicht so „erledigt“ wie bisher – ich hätte gut und gerne noch eine Stunde fliegen können.

Zu meiner Freude besuchte mich ein Mitglied des UL-Forums oben auf dem Platz, wenn auch ohne Flieger, sondern auf vier Rädern :-) Mit ihm unterhielt ich mich die nächsten Stunden und ließ mir auch die leckere Spaghetti Bolognese à la KnorrFix von Stefan schmecken 😉

Gegen 14 Uhr musste Wolfgang uns verlassen, was aber nicht schlimm war, denn der zweite Fluglehrer Eberhard – „Ebe“ – war inzwischen auf dem Nortel angekommen. So kam ich dann auch in den Genuss, eine weitere Flugstunde absolvieren zu dürfen. Erst einmal will ich euch aber einen Blick ins Cockpit nicht verwehren:

cockpit

Inzwischen habe ich mich auch an den T(h)rottel-Griff gewöhnt, habe aber immer irgendwie Muffensausen, dass der sich verselbständigt und auf einmal Vollgas gibt. So hat es mich einige Überwindung gekostet, ihn einfach mal loszulassen und der Fixierung zu vertrauen.

Die Instrumente sind ja jedem bekannt; was aber für mich eine Veränderung zum Positiven darstellte, ist der Wechsel von der digitalen Variante der Rotax-Überwachung auf die uhrenförmige Instrumente. Alles viel besser ablesbar und einschätzbar…
Ein weiterer Genuss ist die Trimmung von Höhen- und Seitenruder, die ein äußerst bequemes Reisen ermöglicht… merkt man, dass mir die Maschine besser liegt? 😉

Ein weiterer Punkt ist inzwischen auch das Funken: Durch die gute Vorbereitung im Flugfunkkurs (den ich übrigens immer noch hin und wieder besuche, damit mein Funken nicht einrostet – sollte ich mal in eine Kontrollzone müssen!) funke ich natürlich selbst, was das Zeug hergibt: „Nortel Info, D-MAAO, rechter Gegenanflug der Piste 26 zur Landung!“

Und auch beim zweiten Flug galt die Prämisse: Relax, just do it! – und genauso machte ich es auch! Absolut tiefenentspannt flog ich trotz heftiger Thermik sowas von locker mit der Kiste… und hatte endlich auch mal die Muße, links und rechts mal wirklich rauszuschauen! Mit gemütlichen 160 km/h flogen wir vom Nortel nach Münsingen und drehten dort wieder um, da es anfing zu nieseln… und im Regen fliegen muss ja nicht sein :-)
Auf dem Nortel angekommen drehten wir dann noch fünf Platzrunden, bis der Sprit fast alle war… und ich bekam ein Kompliment: Bei der letzten Landung lobte mich Ebe für die echt hervorragend gelungene Landung; und das bei Seitenwind und bockiger Luft… ich war total happy :-)

Nach dem Tanken gingen Ebe und ich dann in die Fliegerhütte um uns zu stärken… ich trank nur noch kurz etwas, dann gings auf den Weg nach Hause, damit ich euch diesen tollen Bericht hier schreiben kann 😉

Wenn das Wetter das hält, was es für Mittwoch verspricht, werde ich dann wieder im Cockpit sitzen und hoffentlich noch relaxter fliegen…

In diesem Sinne: Many happy landings!

Euer Tobias