Delta Mike Foxtrot Golf November…

Und nun zum BZF I!

In einer verrückten Stunde mit meinen Fliegerkollegen in Tannheim dachte ich mir: „Hey, du willst doch später auf jeden Fall ins Ausland, respektive Frankreich, Spanien und Marokko fliegen – also brauchst du Flugfunk, nicht nur auf Deutsch!“

Gesagt, getan – ich kam auf die grandiose Idee, mein BZF I zu machen – und da in Reutlingen als Prüfungstermin nur der 03.07.2012 in Frage kam, habe ich der dafür zuständigen Beamtin, Frau Plonus, auch gleich meine Anmeldeunterlagen zugesandt.

Wer sich jetzt allerdings fragt: „Was zur Hölle will der Tobias in Marokko?“, dem sei gesagt: Ich will gerne mit einem UL von Deutschland nach Lanzarote fliegen – und da muss ich über Marokko rüber 😉

Es war nun also schon Anfang Juni, und ich hatte mich für einen Online-Flugfunkkurs angemeldet – der wurde mir von einigen Mitgliedern von http://www.ulforum.de empfohlen, die damit sehr gute Erfahrungen gemacht hatten.

Also hatte ich zum heutigen Prüfungstermin zum BZF I (Deutsch und Englisch!) also ungefähr 40 virtuelle An- und Abflüge hinter mir – und die haben mich wirklich perfekt darauf vorbereitet…

Zuerst mussten wir dann 100 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren beantworten, die ich aber schon hervorragend im Voraus lernen konnte, dank der Software von http://www.peterssoftware.de – alle BZF-Fragen zu einem Preis von 6.- Euro für drei Monate, da konnte man nich meckern…

Da ich – unter insgesamt fünf Prüflingen – der einzige BZF-I′ler war, durfte ich direkt im Anschluss an die Multiple-Choice-Fragen nochmal antreten und einen englischen Text übersetzen – dieser war aus den englischen NFL und wirklich gespickt von englischen Fachbegriffen aus der Luftfahrt. Glücklicherweise war meine englische Aussprache wirklich gut und auch die Übersetzung passte, sodass ich an der Stelle glimpflich davongekommen bin. Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass ich kläglich versagt hätte, hätte man mir einen Text mit noch mehr luftfahr-technischen Begriffen vorgelegt… von daher ein Apell an ALLE BZF-I-er: Lernt die zugehörigen Texte!

Wie gesagt, auch diese Hürde bekam ich in den Griff; nun folgte also die praktische Prüfung. Ein pensionierter Lotse des Flughafens Stuttgart war unser Prüfer.

Schon im Vorfeld bekamen wir einige unserer Flugdaten mitgeteilt: VFR von Nürnberg nach Hannover, auch die Pflichtmeldepunkte waren schon gleich dabei: Nürnberg Ausflug über Sierra und Hannover Einflug über die November-Route.

Ich muss an dieser Stelle wirklich sagen, dass ich hervorragend auf die Prüfung vorbereitet war. Der Prüfer wollte nur die Hälfte der Informationen von mir wissen, die ich eigentlich vorbereitet hatte. Anstattdessen war er mit deutlich weniger zufrieden, als ich eigentlich hätte liefern können.

Der Abflug in Nürnberg fand in deutscher Sprache statt: Ich musste am Rollhalt Alpha hinter einer landenden C172 halten, was kein Problem, auch beim Zurücklesen darstellte. Dann erfolgte ein sauberer Abflug in Richtung Sierra, ohne Wind aber dafür mit militärischen Hubschraubern einfliegend über Sierra… auch das ohne Probleme.

Der Einflug nach Hannover war wirklich einfach: fünf Minuten vor November 1 meldete ich mich mit Höhe, Squak, Flugroute und Flugzeugmuster und bekam eine Freigabe über die November-Route. Nach dem ersten Anruf wollte mich der Prüfer in das „Holding pattern north of tower“ verfrachten, wovon er aber in den folgenden Meldungen absah. Brav setzte ich dann auf jedem der Pflichtmeldepunkte meine Funksprüche ab, sodass er bei November 2 den Einflug in die Platzrunde, rechter Gegenanflug der Piste 27R freigab. Dort bekam ich dann auch gleich die Landefreigabe, sodass die nächste Meldung am Rollhalt Delta der Piste 27R erfolgte, mit der Bitte um Rollinformationen. Nun schickte mich der Prüfer zum Apron 1 – dort angekommen erfragte ich das Verlassen der Frequenz, dem sofort statt gegeben wurde – alles fertig :-)

Nachdem auch die anderen Prüflinge mit ihrem Anflug fertig waren, zogen sich der Prüfer und seine rechte Hand zu Beratungen zurück; wir wurden erst ca. 10 Minuten später wieder in den Raum gebeten.

Von fünf Prüflingen hatten drei – unter anderem ich 😉 – die Prüfung bestanden; zwei waren wirklich schlecht und hatten vom Prüfer die Auflage bekommen, sich erst wieder anzumelden, wenn sie deutlich mehr Übung hätten.

Danach bekam ich noch eine Einzelkritik des Prüfers, der mir bescheinigte, wirklich so gut wie Alles richtig gemacht zu haben; nur einmal hatte ich ein Luftfahrzeugmuster falsch zurückgelesen – na, wenn das alles ist 😉

An dieser Stelle noch ein Dank an meine Lehrer von fluglehrerteam.de, Thomas und Henry: Dank eurer Hilfe war ich wirklich perfekt vorbereitet und das merkte auch der Prüfer – er stellte mir keinerlei Fallen, da er auch der Auffassung war, dass ich das gut hinbekomme :-)

Zum krönenden Abschluss bekam ich mein BZF I-Zeugnis:

bzf_aussen

bzf_aussen

Nun ist die Theorie endlich vorbei, und ich kann mich in einem (hoffentlich schönen) Sommer endlich mal um meine Flugpraxis kümmern!

Many happy landings euch!

Grüße, Toby